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Riester - Eine weitere Faux der "Regierung"

"Für das Alter muss man vorsorgen, damit man seine Rente auch genießen kann." Ja, Verkäufer von derartigen Altersvorsorgeprodukten (wie auch ich es einmal war) werden nie müde, solche plumpen, abgedroschenen Phrasen gebetsmühlenartig immer und immer wieder in die Köpfe Ihrer Kunden einzuhämmern. Ob dies nun aus eigenen Überzeugung getan wird oder einfach nur, weil "Cheffe" es angeordnet hat, bleibt zunächst einmal unbeachtet.

Doch was ist, wenn wir uns den Sachverhalt nun einmal genauer anschauen? Zunächst einmal losgelöst von irgendwelchen Konzepten und Produkten stellt sich die Frage, ob es überhaupt notwendig ist, für das Alter finanziell mit oben genannten Produkten vorzusorgen.

Aus meiner beruflichen Praxis heraus, habe ich 2 große Menschengruppen kennenlernen dürfen, die gegensätzlicher nicht handeln hätten können. Zum einen waren da die allseits bekannten "Vorsorger". Diese haben monatlich einen Betrag X für die Rente auf die Seite gespart, damit sie mit 63,65 oder 67 Jahren dann in die Rente gehen können und danach nicht mehr arbeiten gehen brauchen, weil es laut Aussage des Verkäufers dann "reichen" würde. In der Regel waren das Menschen, die einen Job getan haben, der sie nicht erfüllt hat. Diese haben den Selbigen dann aber in der Regel bis zum Schluss "durchgezogen", da ja ohnehin irgendwann damit Schluss war und die Rente als Motivation gewunken hat.

Dann gab es da noch die 2. Gruppe, die erheblich kleiner war. Diese Menschen haben mich gefragt, weshalb sie denn etwas sparen sollten, was erst in 20, 30 oder 40 Jahren akut wird oder im besten Fall gar nicht eintreten wird. "Moment mal: Warum sollte die Rente denn nicht eintreten?" war einer meiner bis dahin gedachten Gedanken. Nun, offensichtlich gingen diese Menschen einen komplett anderen Weg. Sie wollten lieber ihre jetzigen zeitlichen und monetären Ressourcen dafür aufwenden, ihr Leben so zu verändern, dass die Tätigkeit, die sie ausüben sie erfüllt. Sie sollte ihnen Freude bescheren. Das Geld verdienen würde dann ganz automatisch kommen und eher zur Nebensache werden. Mein Konzept von "Rente" war eben nur EIN Konzept, aber nicht DAS Konzept. Ich habe einfach zu engstirnig gedacht.

Wenn wir uns nun also vorstellen, dass wir unser ganzes Leben eine Tätigkeit ausführen, die wir mit Wonne und Vergnügen tun, fällt es dem einen oder anderen bestimmt nicht schwer zu glauben, dass die Menschen eine ganze andere Lebensqualität genießen. Sie leben gesünder, weil sie weniger negativen Stress haben. Sie sind viel effektiver und besser, weil sie einfach ein ehrliches Interesse an dem haben, was sie tun. Außerdem wird Ihnen in einem gewissen Alter bestimmt nicht einfallen, diese Tätigkeit auf einmal aufzugeben. Sie werden diese Tätigkeit tun, bis sie in die Kiste hüpfen. Sie sehen einfach einen Sinn in Ihrem Tun, welches Ihnen Kraft gibt. Somit entsteht auch ein kontinuierlicher Einkommensfluss bis zum Ende des Lebens und eine Vorsorge wird überflüssig.

Nun sind wir aber in diesem Artikel etwas abgeschweift. Wir kommen nun zur eigentlichen Kernfrage zurück? Welchen Sinn haben denn die am Markt angebotenen Vorsorgekonzepte? Es gibt ja viel: das gesetzliche Vorsorgekonzept, das Private, das Betriebliche, etc. Wir greifen uns das Konzept Riester heraus und beleuchten dies etwas genauer.

Was passiert denn nun eigentlich, wenn jemand Riester nutzt? Ein direkt oder indirekt Rentenversicherungspflichtiger bezahlt einen gewissen Betrag in ein Konto ein und bekommt vom Staat Zulagen bzw. Prämien und Steuervorteile. Mehr ist es nicht. Nun gelingt es dem Deutschen als einem der Wenigen einen Unterschied zu machen zwischen dem Staat an den er etwas zahlt und dem Staat von dem er etwas bekommt. Diese Unterscheidungsfähigkeit ist essenziell, wenn man Riester nutzen möchte. Wenn diese nämlich nicht gegeben ist, kann man dieses Konzept nicht mehr für voll nehmen. Wieso behaupte ich dies nun?

Im Großen und Ganzen bezahlt der Steuerpflichtige seine eigenen Zulagen und Steuervorteil. Allerdings muss eine weitere Entität geschaffen werden, um diese Zulagen und Steuervorteile auch konzeptgerecht verteilen zu können. Dies bedeutet also kurz zusammengefasst:

1. Aus der linken Tasche raus

2. Ein Teil geht für die Verwaltung der Verteilung drauf

3. In die rechte Tasche wieder rein 

Das war es. Das hört sich plump und absolut sinn-frei an. Das ist es auch. Jeder, der auf dem normalen Weg vom Staat Rente erhält erhält auch diese Zulage. Wieso wird dieser Vorteil nicht gleich den Menschen dem gesetzlichen Rentenkonto gutgeschrieben? Dann könnten wir uns den riesigen Verwaltungsapparat doch gleich sparen. Schließlich wird beim Riestern, wie auch bei der gesetzlichen Rente die Höhe der Rente von der Einzahlung bestimmt. Exakt das gleiche Konzept, aber in der Verwaltung um Welten teurer.

Wieso ist man also auf diese Idee gekommen? Tja, wie immer kommt man am schnellsten zur Antwort, wenn man sich die Frage stellt: Wem nützt es? Hierzu habe ich eine kleine Geschichte, die vielleicht auch so der Realität entsprechen könnte:

Der Finanzminister eines Landes ist zufälligerweise sehr gut befreundet mit dem Geschäftsführer eines großen Finanzdienstleistungsinstitutes. Dem Finanzbereich geht es insgesamt - bedingt durch die Eigenarten des Systems - seit Jahrzehnten jedes Jahr schlechter. Die Margen schwinden, der Markt wird transparenter, etc. Wie könnte man denn nun unter die Arme greifen und diese Entwicklung verzögern? Man könnte doch ein Konzept entwickeln, welches staatlich gefördert wird, sodass es möglichst vielen Menschen attraktiv erscheint und somit neue Mittel der Branche zufließen. Dass es gesamtwirtschaftlich keinen Sinn macht, steht nicht zu Debatte. Man will ja schließlich seinem "Buddy" helfen. Die Steuerzahler können für die Mehrkosten bestimmt aufkommen.

Wir stellen mal wieder fest, dass es ums Geldverdienen geht, wie es plumper nicht mehr geht. Dieses Vorgehen zieht sich inzwischen durch alle Lebensbereiche. Sei es nun Finanzen, Gesundheit, Lebensmittel, etc. Es liegt also an uns, dies zu erkennen, es zu hinterfragen und zu ändern. Die „Geschäftwerdung“ der Welt ist bereits abgeschlossen, ohne dass wir es gemerkt haben. Wir waren einfach zu unbewusst, um es erkennen zu können.